Wer, was und wie viele ist Zivilgesellschaft? Historische und dekoloniale Sichtweisen auf einen schillernden Begriff

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Abstract

In dem Beitrag wird erstens in die Geschichte des Begriffs eingeführt. Eine historische Analyse zeigt den wandelbaren Charakter von Zivilgesellschaft und erlaubt es, verschiedene Vorstellungen von Zivilgesellschaft zu sortieren. Aber nicht nur die zeitliche, auch die räumliche Dimension ist wichtig. Deshalb wird in einem zweiten Schritt der Bedeutung des Begriffs in Weltregionen außerhalb Europas, in der postkolonialen Welt nachgegangen. Das macht eine zweite Klärung notwendig. Die Idee der Zivilgesellschaft kann mit der Einrichtung der Kolonialstaaten in die kolonisierten Gebiete. Zivilgesellschaft ist nicht nur die Geschichte einer progressiven Idee und dem Kampf um politische Rechte, sondern auch die Geschichte der Verweigerung von Staatsbürgerschaft, Gleichheit und Freiheit. Sie ist verbunden mit Sklaverei, Ausbeutung, Rassismus und Gewalt. In einem dritten Schritt wird eine inhaltliche Umschreibung des Begriffs vorgeschlagen. Zu beachten ist dabei, dass Zivilgesellschaft einerseits ein analytischer Begriff sein will, um politische Situationen oder Verhältnisse zu beschreiben. Er besitzt andererseits eine starke normative Dimension, beschreibt also zugleich eine politische Vision.
Original languageGerman (Austria)
Title of host publicationZivilgesellschaft im Konflikt. Vom Gelingen und Scheitern in Krisengebieten
Editors Maximilian Lakitsch, Susanne Reitmair-Juárez
Place of PublicationBerlin-Münster-Wien-Zürich-London
PublisherLit-Verlag
Pages37-52
Number of pages15
Volume69
ISBN (Print)978-3-643-50728-0
Publication statusPublished - 2016

Publication series

NameDialog – Beiträge zur Friedensforschung

Fields of science

  • 504 Sociology

JKU Focus areas

  • Social Systems, Markets and Welfare States
  • Social and Economic Sciences (in general)

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