Konvergente und relative Validierung eines kulturübergreifenden Instruments zur Erfassung von traditionellem vs. modernem Essverhalten in den USA und Deutschland

  • Laura Schmid

Research output: ThesisMaster's / Diploma thesis

Abstract

Global wird ein Ernährungswandel von traditionellen zu modernen Ernährungsweisen weltweit beobachtet. Neben klimatischen Veränderungen durch den Ernährungswandel steht modernes Essverhalten im Zusammenhang mit steigenden gesundheitlichen Risiken wie hohen Prävalenzen für ernährungsbedingte Krankheiten wie Adipositas und Diabetes in einkommensstarken Ländern wie Deutschland und den USA. Da traditionelles und modernes Essverhalten in der bisherigen Forschung auf einzelne Lebensmittelgruppen und Nährstoffe beschränkt war, jedoch weitere psychologische Dimensionen wie soziale Aspekte des Essens vernachlässigt werden, wird traditionelles und modernes Essverhalten als multidimensionales kulturspezifisches Konstrukt verstanden. Ziel ist es daher, dass aus 72 Items bestehende kulturübergreifende Instrument zur Erfassung der Häufigkeit von traditionellem und modernem Essverhalten (ITM) relativ und konvergent getrennt anhand der USA und Deutschland zu validieren. Um die relative Validität des Instruments zu überprüfen, wird das ITM mit einem 24-Stunden- Ernährungsprotokoll über die Bildung von zwei Indexen korreliert und spezifischer anhand von drei traditionellen und sieben modernen Items untersucht. Konvergente Validität wird durch den positiven Zusammenhang zwischen traditionellem Essverhalten und dem Sicherheitsbedürfnis sowie dem Misstrauen gegenüber Neuem geprüft. Alle Zusammenhänge wurden nach Überprüfung der Voraussetzungen mit Spearman- Rangkorrelationen geprüft mit Ausnahme der Korrelation der Indexe für die relative Validität, die die Voraussetzung für die Verwendung von Pearson-Korrelationen erfüllt. Für die USA (N = 143) kann relative Validität bestätigt werden, ρ= .49, p < .001, CI [.352; .612]. Auch die relative Validität der Einzelitems zeigen für acht von zehn Items positive signifikante Zusammenhänge. In den USA kann die konvergente Validität nicht bestätigt werden, da kein Zusammenhang zwischen dem traditionellen Essverhalten und dem Misstrauen gegenüber Neuem, ρ= -.05, p =.336, CI [-.297; .192] und ein schwacher negativer Zusammenhang mit dem Sicherheitsbedürfnis vorhanden ist, ρ= - .20, p = .046, CI [-1.00; -.003]. In der deutschen Stichprobe (N = 168) kann relative Validität bestätigt werden, r = .42, p < .001; CI [.289; .539]. Auch die relative Validität der Einzelitems kann über positive Korrelationen bei sieben von zehn Items bestätigt werden. Konvergente Validität kann für den Zusammenhang zwischen traditionellem Essverhalten und dem Misstrauen gegenüber Neuem, ρ= ..26, p < .001; CI [.125; 1.00] und dem Sicherheitsbedürfnis, ρ= .16, p = .032; CI [.017; 1.00] bestätigt werden. Die Validierung des ITM bietet einen bedeutsamen Beitrag zum Verständnis von traditionellem und modernem Essverhalten.
Original languageGerman (Austria)
Supervisors/Reviewers
  • Sproesser, Gudrun, Supervisor
Publication statusPublished - 2025

Fields of science

  • 501001 General psychology
  • 501002 Applied psychology

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