Editorial: Plagiate und unethische Autorenschaften

Research output: Contribution to journalEditorial

Abstract

Viele Jahrzehnte weigerten sich wissenschaftliche Institutionen, Fälschungs? und Plagiatsvorwürfen nachzugehen. Diese wurden oft als "persönliche Angelegenheit" zwischen Bezichtigten und Aufdeckern heruntergespielt. Inzwischen werden zwar selbst anonyme Anzeigen ernst genommen. Doch die symbolische Verurteilung ausgewählter Sünder dient der Reinwaschung. Stereotyp wird die "Selbstreinigungskraft der Wissenschaft" gelobt: Anonyme Insider?Infos und investigativer Journalismus ? bei fast jeder Affäre im Spiel ? werden zu Leistungen des Wissenschaftssystems umdeklariert ? obwohl die Fälschungen anstandslos alle Begutachtungen passierten. Bislang rettete man sich mit Immunisierungsstrategien, nach dem Rezept: Ist die Zahl der Skandale niedrig, oder blamieren sich bloß andere Fächer, lobt man das eigene Journal? und Gutachterwesen. Treten die Skandale auch im eigenen Fach auf, erfolgt ein 180?Grad?Schwenk: Aufdeckung von Fehlverhalten sei keine Aufgabe von Herausgebern und Referees, sondern Qualitätssicherung. Doch sind nicht Minimalkriterien für wissenschaftliche Qualität diese: nicht gefälscht/erfunden/abgeschrieben zu sein?
Original languageGerman (Austria)
Pages (from-to)73
Number of pages1
JournalInformation - Wissenschaft und Praxis
Volume57
Issue number2
Publication statusPublished - 2006

Fields of science

  • 502027 Political economy
  • 509017 Social studies of science
  • 603 Philosophy, Ethics, Religion
  • 603102 Epistemology
  • 603103 Ethics
  • 603109 Logic
  • 603113 Philosophy
  • 603114 Philosophy of mind
  • 603119 Social philosophy
  • 603120 Philosophy of language
  • 603122 Philosophy of technology
  • 603124 Theory of science

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