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Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Auswirkungen der europäischen Agrarpolitik (GAP) auf die Ernährungssicherheit und die lokale Lebensmittelproduktion in Subsahara Afrika

  • Matthias Klugsberger

Research output: ThesisMaster's / Diploma thesis

Abstract

Im Zuge weitreichender Liberalisierungsmaßnahmen im WTO-zentrierten Nahrungsregime, sollten die Agrarmärkte auf Basis des in den 1990er Jahren ausverhandelten Agreement on Agriculture dereguliert und ein weltweiter, fairer Wettbewerb ermöglicht werden. Trotz der Deregulierung der Märkte gelang es der europäischen Agrarpolitik, die zum Teil sehr hohen Agrarsubventionen durch eine Umgestaltung von Förderungen beizubehalten. Da es sich dabei um von der Produktion entkoppelte Direktzahlungen handelt, beeinflussen die Beihilfen die Weltmarktpreise und damit das freie Spiel der Märkte nicht mehr direkt, jedoch können sie indirekt handelsverzerrende und überschussstimulierende Wirkungen haben. Mit der durch die Liberalisierung vorangetriebenen Öffnung der Agrarmärkte wichen in Subsahara Afrika Anbauflächen der Grundnahrungsmittelproduktion exportorientierten Monokulturen. Die Liberalisierung des Agrarmarktes führt zudem zur Konzentration der Nahrungsmittelproduktion und zu niedrigen Lebensmittelpreisen. Diese Praxis kann kurzfristig Probleme (bspw. den gesteigerten Lebensmittelbedarf durch den Bevölkerungszuwachs) eindämmen, hat aber negative Auswirkungen auf die inländischen Agrarsysteme, die nicht mit dem Import indirekt subventionierter Waren konkurrieren können. In Kombination mit fehlenden agrarpolitischen Entwicklungsstrategien und instabilen Institutionen ergibt sich daraus ein karger Nährboden, aus dem nur schwer eine nachhaltige und lokale Lebensmittelproduktion wachsen kann. Die Ernährungssouveränitätsbewegung verweist in einem Gegenentwurf auf den bäuerlichen Weg (peasants way), der eine ökologisch angemessene Produktion, einen gerechten Zugang von Konsum, sozioökonomische Gerechtigkeit, sowie lokale Nahrungsmittelsysteme als Mittel zur Bekämpfung von Hunger und Armut und zur Gewährleistung einer nachhaltigen Ernährungssicherheit vorsieht.
Original languageGerman (Austria)
Supervisors/Reviewers
  • Wittmann, Veronika, Supervisor
Publication statusPublished - 11 Mar 2020

UN SDGs

This output contributes to the following UN Sustainable Development Goals (SDGs)

  1. SDG 4 - Quality Education
    SDG 4 Quality Education
  2. SDG 8 - Decent Work and Economic Growth
    SDG 8 Decent Work and Economic Growth
  3. SDG 12 - Responsible Consumption and Production
    SDG 12 Responsible Consumption and Production
  4. SDG 17 - Partnerships for the Goals
    SDG 17 Partnerships for the Goals

Fields of science

  • 605001 History of humanities
  • 601008 Science of history
  • 503033 Political education
  • 509003 Development cooperation
  • 604022 Music history
  • 305903 History of medicine
  • 504 Sociology
  • 506003 Development policy
  • 601014 Modern history
  • 604019 Art history
  • 604029 Theatre studies
  • 605004 Cultural studies
  • 601 History, Archaeology
  • 506012 Political systems
  • 601022 Contemporary history
  • 506011 Political history
  • 605002 Cultural history
  • 601023 Global history

JKU Focus areas

  • Sustainable Development: Responsible Technologies and Management

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