TY - THES
T1 - Automatische Charakterisierung von Strömungsregimen in einem Mikrokanal
AU - Rathmayr, Nico
PY - 2025/10/8
Y1 - 2025/10/8
N2 - Die Erzeugung und Kontrolle von Tropfen in mikrofluidischen Systemen ist ein zentrales Thema moderner Lab-on-a-Chip-Technologien. Insbesondere T-Junction-Strukturen haben sich dabei als vielseitige und gut untersuchte Geometrien etabliert, da sie eine reproduzierbare Tropfenbildung unter definierten Bedingungen ermöglichen. Eine präzise Charakterisierung und Klassifizierung der auftretenden
Strömungsregime ist jedoch für viele Anwendungen unverzichtbar, etwa in der biomedizinischen Diagnostik oder bei chemischen Reaktionsstudien im Mikromaßstab. Bisherige Methoden erfordern häufig aufwändige
optische Systeme zur Beobachtung, was die Integration in kompakte, portable Plattformen erschwert. Ziel dieser Arbeit ist es daher, ein Verfahren zur automatisierten, sensorbasierten Analyse von Strömungsregimen
in einer mikrofluidischen T-Junction zu entwickeln und damit eine Grundlage für flexible, kosteneffiziente und benutzerfreundliche Anwendungen zu schaffen.
Die automatische Charakterisierung von Strömungsregimen erfolgt durch den Einsatz kapazitiver Sensorik in Kombination mit einer fortlaufenden Signalanalyse. Auf diese Weise wird nicht nur eine kontinuierliche Messung und Klassifikation der Strömungsregime ermöglicht, sondern auch eine praktische Nutzerschnittstelle bereitgestellt, die sowohl Steuerung als auch Visualisierung umfasst. Drei eingebettete Elektrodenpaare liefern hierbei die
Rohsignale, aus denen Kennwerte wie Tropfenabfolge, Tropfengeschwindigkeit und Tropfenlänge extrahiert werden.
Diese Größen dienen als Grundlage für die Einordnung in das jeweils vorherrschende Strömungsregime, dessen Auftreten maßgeblich von der Geometrie der T-Junction, den absoluten Strömungsgeschwindigkeiten sowie ihrem Verhältnis abhängt.
Zur Darstellung und Analyse des Betriebsverhaltens wird eine sogenannte Regime-Map eingesetzt. Auf dieser werden die Messpunkte so abgebildet, dass das gesamte Betriebsfenster der T-Junction erfasst wird. Die Rohsignale durchlaufen dabei
eine Reihe von Vorverarbeitungsschritten, gefolgt von einer gezielten Feature-Extraktion, die Parameter wie Zeitdifferenzen, Impulsbreiten, Amplituden und charakteristische Formmerkmale berücksichtigt. Anschließend erfolgt die
Klassifikation mithilfe einer hybriden Entscheidungslogik, die schnelle Entscheidungen mit robusteren Verfahren kombiniert, um eine zuverlässige und differenzierte Unterscheidung der Regime zu gewährleisten.
Ergänzend wurde eine plattformübergreifende, intuitive grafische Benutzeroberfläche (GUI) entwickelt, die sämtliche wesentlichen Funktionen in einer kompakten Anwendung vereint. Dazu gehören die Pumpensteuerung, die Messsteuerung, die
Visualisierung der drei Elektrodenkanäle sowie die automatische Flankenerkennung. Darüber hinaus werden berechnete Kennwerte wie Tropfengeschwindigkeit und Tropfenlänge dargestellt. Zusätzlich wird das aus den Messdaten bestimmte Strömungsregime grafisch visualisiert, sodass Anwender eine direkte Rückmeldung über den aktuellen Betriebszustand erhalten. Die genaue Vorhersage, Erkennung und Klassifizierung von Strömungsregimen in einer gegebenen T-Junction eröffnet damit neue Möglichkeiten für eine präzise und flexible Tropfengenerierung, insbesondere in Lab-on-a-Chip-Anwendungen.
Schlagwörter: Mikrofluidik, Strömungsregime, Kapazitive Sensorik, Tropfengenerierung, Visualisierung
AB - Die Erzeugung und Kontrolle von Tropfen in mikrofluidischen Systemen ist ein zentrales Thema moderner Lab-on-a-Chip-Technologien. Insbesondere T-Junction-Strukturen haben sich dabei als vielseitige und gut untersuchte Geometrien etabliert, da sie eine reproduzierbare Tropfenbildung unter definierten Bedingungen ermöglichen. Eine präzise Charakterisierung und Klassifizierung der auftretenden
Strömungsregime ist jedoch für viele Anwendungen unverzichtbar, etwa in der biomedizinischen Diagnostik oder bei chemischen Reaktionsstudien im Mikromaßstab. Bisherige Methoden erfordern häufig aufwändige
optische Systeme zur Beobachtung, was die Integration in kompakte, portable Plattformen erschwert. Ziel dieser Arbeit ist es daher, ein Verfahren zur automatisierten, sensorbasierten Analyse von Strömungsregimen
in einer mikrofluidischen T-Junction zu entwickeln und damit eine Grundlage für flexible, kosteneffiziente und benutzerfreundliche Anwendungen zu schaffen.
Die automatische Charakterisierung von Strömungsregimen erfolgt durch den Einsatz kapazitiver Sensorik in Kombination mit einer fortlaufenden Signalanalyse. Auf diese Weise wird nicht nur eine kontinuierliche Messung und Klassifikation der Strömungsregime ermöglicht, sondern auch eine praktische Nutzerschnittstelle bereitgestellt, die sowohl Steuerung als auch Visualisierung umfasst. Drei eingebettete Elektrodenpaare liefern hierbei die
Rohsignale, aus denen Kennwerte wie Tropfenabfolge, Tropfengeschwindigkeit und Tropfenlänge extrahiert werden.
Diese Größen dienen als Grundlage für die Einordnung in das jeweils vorherrschende Strömungsregime, dessen Auftreten maßgeblich von der Geometrie der T-Junction, den absoluten Strömungsgeschwindigkeiten sowie ihrem Verhältnis abhängt.
Zur Darstellung und Analyse des Betriebsverhaltens wird eine sogenannte Regime-Map eingesetzt. Auf dieser werden die Messpunkte so abgebildet, dass das gesamte Betriebsfenster der T-Junction erfasst wird. Die Rohsignale durchlaufen dabei
eine Reihe von Vorverarbeitungsschritten, gefolgt von einer gezielten Feature-Extraktion, die Parameter wie Zeitdifferenzen, Impulsbreiten, Amplituden und charakteristische Formmerkmale berücksichtigt. Anschließend erfolgt die
Klassifikation mithilfe einer hybriden Entscheidungslogik, die schnelle Entscheidungen mit robusteren Verfahren kombiniert, um eine zuverlässige und differenzierte Unterscheidung der Regime zu gewährleisten.
Ergänzend wurde eine plattformübergreifende, intuitive grafische Benutzeroberfläche (GUI) entwickelt, die sämtliche wesentlichen Funktionen in einer kompakten Anwendung vereint. Dazu gehören die Pumpensteuerung, die Messsteuerung, die
Visualisierung der drei Elektrodenkanäle sowie die automatische Flankenerkennung. Darüber hinaus werden berechnete Kennwerte wie Tropfengeschwindigkeit und Tropfenlänge dargestellt. Zusätzlich wird das aus den Messdaten bestimmte Strömungsregime grafisch visualisiert, sodass Anwender eine direkte Rückmeldung über den aktuellen Betriebszustand erhalten. Die genaue Vorhersage, Erkennung und Klassifizierung von Strömungsregimen in einer gegebenen T-Junction eröffnet damit neue Möglichkeiten für eine präzise und flexible Tropfengenerierung, insbesondere in Lab-on-a-Chip-Anwendungen.
Schlagwörter: Mikrofluidik, Strömungsregime, Kapazitive Sensorik, Tropfengenerierung, Visualisierung
M3 - Master-/Diplomarbeit
ER -