Abstract
Die Digitalisierung des Wettbewerbs hat eine neue Dimension erreicht: Preissetzungsalgorithmen agieren zunehmend autonom und können – gestützt auf KI und Big Data – Marktstrukturen so beeinflussen, dass kollusive Ergebnisse entstehen, ohne dass eine klassische Kartellabsprache vorliegt. Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit das Kartellverbot (Art. 101 AEUV) geeignet ist, dieser Entwicklung zu begegnen. Ausgangspunkt ist die ökonomische Analyse oligopolistischer Interdependenzen und die spieltheoretische Erklärung von tacit collusion. Darauf aufbauend wird die rechtliche Dogmatik beleuchtet: Während paralleles Verhalten bislang als zulässige Marktreaktion gilt, stellt sich die Frage, ob autonome algorithmische Koordination eine Neubewertung erfordert. Diskutiert werden Ansätze von der Personifizierung des Algorithmus über die Einführung verbotener Eigenschaften bis hin zu Beweislastumkehr und „plus factors“. Die Arbeit zeigt: Ein generelles Verbot algorithmischer Preissetzung wäre weder praktikabel noch wohlfahrtsfördernd. Gleichwohl bedarf es adaptiver Interpretationen und präventiver Compliance-Mechanismen, um die Verbraucherwohlfahrt zu sichern. Die zentrale Herausforderung liegt darin, rechtliche Klarheit zu schaffen, ohne Innovation zu ersticken – ein Balanceakt zwischen ökonomischer Realität und normativer Steuerung.
| Original language | German (Austria) |
|---|---|
| Supervisors/Reviewers |
|
| Publication status | Published - 2025 |
UN SDGs
This output contributes to the following UN Sustainable Development Goals (SDGs)
-
SDG 10 Reduced Inequalities
Fields of science
- 505 Law
- 505013 Private law
- 505003 European law
- 505034 Banking and capital market law
- 505031 Civil law
- 505039 Media law
- 505030 Commercial law
- 505005 Intellectual property
- 505043 Competition and antitrust law
- 505038 Trademark and patent law
- 505025 Business law
JKU Focus areas
- Digital Transformation
Cite this
- APA
- Author
- BIBTEX
- Harvard
- Standard
- RIS
- Vancouver