Nutzungsdauer und problematisches Nutzungsverhalten unterschiedlicher Unterhaltungsmedienangebote: Welche Rolle spielen Persönlichkeit und motivationale Aspekte?

  • Fabiola Gattringer (Speaker)
  • Bianca Haun (Speaker)
  • Batinic, B. (Speaker)

Activity: Talk or presentationContributed talkunknown

Description

Seit dem Frühjahr 2013 ist Internet Gaming Disorder im Teil 3 des DSM-5 als ein in Entwicklung befindliches Instrument angeführt. Während an der adäquaten Umsetzung einer klinischen Diagnose eines potentiell pathologischen Verhaltens, und an deren Skalenentwicklung, geforscht wird, entwickelt sich das Unterhaltungsangebot im Internet rasant weiter und eröffnet neben Online Gaming neue Möglichkeiten, wie z.B. Online Video Streaming oder Let’s Plays (LPs). LPs sind ein neues Phänomen, welches durch die digitalen Vernetzungsmöglichkeiten des 21. Jahrhunderts erwachsen ist, und verbinden die Welt von Videospiel-Usern mit den Möglichkeiten des klassischen TV-Serienprinzips (oder auch moderner Online Streaming Anbieter). Die vorliegende Studie betrachtet erstmals das Zusammenspiel von Nutzungsintensität, Persönlichkeit (Big Five, Schüchternheit) und motivationalen Aspekten auf potentiell problematisches Nutzungsverhalten (anhand von DSM Kriterien und in Anlehnung an Jemens et al., 2009 und King et al., 2013) in drei unterschiedlichen digitalen Unterhaltungsangeboten: Videospiele, LPs und Fernsehen. Das internationale Querschnittssample von n = 373 Personen (82 % männlich, Durchschnittalter 22 Jahre) wurde mittels Onlinefragenbogen erhoben. Die Ergebnisse der Regressionen zeigen unter anderem, dass neben der Nutzungsintensität speziell Schüchternheit und Extravertiertheit in allen drei Bereichen mit einem höheren problematischen Nutzungsverhalten einhergehen. Gewissenhaftigkeit spielt ebenfalls immer eine relevante Rolle, sowohl moderierend als auch direkt, wobei jedoch motivationale Aspekte dies relativieren. Es wird deutlich, dass die signifikanten Prädiktoren für problematisches Nutzungsverhalten sich jedoch in den Bereichen unterscheiden, und daher keine Pauschalisierung über Unterhaltungsmedienangebote hinweg getroffen werden kann.
Period22 Sept 2016
Event title50th Conference of the German Society for Psychology (DGPs)
Event typeConference
LocationGermanyShow on map

Fields of science

  • 501015 Organisational psychology
  • 501003 Occupational psychology
  • 501 Psychology
  • 501012 Media psychology

JKU Focus areas

  • Management and Innovation
  • Social Systems, Markets and Welfare States
  • Social and Economic Sciences (in general)