Activity: Talk or presentation › Contributed talk › science-to-science
Description
Mitte des 20. Jahrhunderts änderten sich in den Industriestaaten die Beziehungen zwischen Gesellschaft und Umwelt grundlegend („1950er Syndrom“): Die produzierten und konsumierten Energie- und Materialmengen, getrieben durch produktivistische und konsumistische Institutionen, erfuhren enorme Wachstumsschübe – so auch in Österreich. Die „Große Beschleunigung“ österreichischer Spielart wird teils endogen (z.B. Sozialpartnerschaft), teils exogen (z.B. Marshallplan) erklärt – meist aber aus der Nachkriegszeit heraus. Die Zeit des Nationalsozialismus spielt in diesen Argumentationen keine oder eine gegenläufige Rolle: als Zwischenspiel oder Rückschlag auf dem Weg in die Hochmoderne. Demgegenüber argumentiert der Vortrag, dass der Nationalsozialismus eine tragende Rolle im sozialökologischen Übergang spielte. Österreichs Wirtschaft erfuhr unter der NS-Herrschaft Impulse in Richtung der energie- und materialintensiven Produktions- und Konsumweise im Nachkriegsboom.