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Die Erste Österreichische Krüppelarbeitsgemeinschaft und der NS-Reichsbund der Körperbehinderten in der Ostmark. Zwischen Selbsthilfe, Gleichstellung und nationalsozialistischer Gleichschaltung

Activity: Talk or presentationContributed talkscience-to-science

Description

Abstract für ESPAnet Austria 2025

Die Erste Österreichische Krüppelarbeitsgemeinschaft und der NS-Reichsbund der Körperbehinderten in der Ostmark. Zwischen Selbsthilfe, Gleichstellung und nationalsozialistischer Gleichschaltung

Das vorgestellte Forschungsprojekt untersucht die Entwicklung und Transformation der Ersten Österreichischen Krüppelarbeitsgemeinschaft (1926–1938; 1946-1952) sowie deren Integration in den NS-Reichsbund der Körperbehinderten in der Ostmark (1938–1945). Es widmet sich bislang kaum erforschten Aspekten der historischen Behindertenpolitik sowie der Selbstorganisation und -vertretung von Menschen, die ihre körperlichen Beeinträchtigungen nicht im Krieg oder am Arbeitsplatz erworben haben. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche sozial- und gesellschaftspolitischen Ziele verfolgte die Krüppelarbeitsgemeinschaft, und wie veränderten sich ihre Ziele, Strukturen und Aktivitäten unter dem Einfluss des Nationalsozialismus?
Der methodische Schwerpunkt liegt auf Archivstudien und der Auswertung der zeitgenössischen Berichterstattung. Die Quellenbasis bilden Vereinszeitschriften, Tageszeitungen sowie Dokumente aus privaten und öffentlichen Archiven. Die Analyse beleuchtet die zeitgenössische Sozial- und Behindertenpolitik und arbeitet die Errungenschaften und Brüche in der Selbsthilfe und Interessenvertretung heraus. Sie verdeutlicht die Rolle des Vereins bei der Schaffung einer politischen Selbstvertretung und behindertenpolitischen Öffentlichkeit in der Zwischenkriegszeit und problematisiert die ambivalente Anpassung an die NS-Ideologie nach 1938 und deren Folgen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Krüppelarbeitsgemeinschaft in Österreich in der Zwischenkriegszeit Vorreiter einer auf Emanzipation und Selbsthilfe ausgerichteten behindertenpolitischen Bewegung war. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das NS-Reich wurde sie politisch nach dem Führerprinzip gleichgeschaltet, rassistisch gleichgeschaltet und schließlich nur mehr propagandistisch für die Kriegswirtschaft instrumentalisiert. Dieses Forschungsprojekt wird vom Zukunfts- und Nationalfonds gefördert. Sie trägt zur Erweiterung der Social and Disability History und zur Reflexion sozialpolitischer Verantwortung bei. Sie zeigt auch, wie historische sozialpolitische Ausschlussmechanismen nachwirken und sensibilisiert für aktuelle Herausforderungen inklusiver Politik.

Period24 Apr 2025
Event title7. Forschungskonferenz von ESPAnet Austria
Event typeConference
LocationInnsbruck, AustriaShow on map
Degree of RecognitionNational

Fields of science

  • 303026 Public health
  • 504014 Gender studies
  • 201213 Housing
  • 502027 Political economy
  • 504023 Political sociology
  • 505020 Social law
  • 506 Political Science
  • 509002 Disability studies
  • 303011 Health policy
  • 502001 Labour market policy
  • 509006 History of social sciences
  • 504006 Demography
  • 504003 Poverty and social exclusion
  • 509012 Social policy
  • 506004 European integration
  • 506003 Development policy
  • 506014 Comparative politics
  • 504011 Genealogy
  • 506012 Political systems
  • 506011 Political history
  • 506010 Policy analysis

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  • Digital Transformation