Abstract
Nicht nur die Zähleinheit "Paper", auch der
klassische Autorenbegriff selbst steht zur
Disposition. Etliche naturwissenschaftliche
Großprojekte überlassen das Schreiben von
Anträgen bzw. von Papers nur mehr einigen wenigen
darauf spezialisierten Mitarbeiter. Mit einem
philologischen Autorenbegriff kommen wir bei
höchst funktionenteiliger, massiv von
komplizierten Spezialtechnologien abhängiger
Forschung nicht weit. Etliche medizinische
Journale setzen mittlerweile auf den Begriff der
"Kontribuentenschaft" und fordern von
Manuskripteinreichern genaue Angaben darüber, was
wer wie wo zu einem Projekt beigetragen habe.
Diese Angaben werden auch veröffentlicht ? bei
den seriösesten Journalen inkl. der Angabe
lukrativer Verbindungen zur Industrie und
sonstigen Geldgebern ("conflict of interest").
Die Hochenergiephysiker mit komplexen, höchst
arbeitsteiligen Projektgruppen aus hunderten
Wissenschaftlern und Technikern ("Big Science")
haben die bislang radikalsten Konsequenzen
gezogen: Teilchenbeschleuniger bestehen
inzwischen zur Gänze auf statutarisch geregelten
kollektiven Autorenschaften': Sämtliche
Mitarbeiter ? mit einem halben Jahr Verzögerung
nach Einstellung, dafür inkl. einem halben Jahr
nach Ausscheiden ? werden auf sämtlichen
Publikationen als Autor' angeführt.
| Originalsprache | Deutsch (Österreich) |
|---|---|
| Fachzeitschrift | Telepolis |
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - März 2006 |
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