Abstract
Im Zuge weitreichender Liberalisierungsmaßnahmen im WTO-zentrierten Nahrungsregime, sollten die Agrarmärkte auf Basis des in den 1990er Jahren ausverhandelten Agreement on Agriculture dereguliert und ein weltweiter, fairer Wettbewerb ermöglicht werden. Trotz der Deregulierung der Märkte gelang es der europäischen Agrarpolitik, die zum Teil sehr hohen Agrarsubventionen durch eine Umgestaltung von Förderungen beizubehalten. Da es sich dabei um von der Produktion entkoppelte Direktzahlungen handelt, beeinflussen die Beihilfen die Weltmarktpreise und damit das freie Spiel der Märkte nicht mehr direkt, jedoch können sie indirekt handelsverzerrende und überschussstimulierende Wirkungen haben. Mit der durch die Liberalisierung vorangetriebenen Öffnung der Agrarmärkte wichen in Subsahara Afrika Anbauflächen der Grundnahrungsmittelproduktion exportorientierten Monokulturen. Die Liberalisierung des Agrarmarktes führt zudem zur Konzentration der Nahrungsmittelproduktion und zu niedrigen Lebensmittelpreisen. Diese Praxis kann kurzfristig Probleme (bspw. den gesteigerten Lebensmittelbedarf durch den Bevölkerungszuwachs) eindämmen, hat aber negative Auswirkungen auf die inländischen Agrarsysteme, die nicht mit dem Import indirekt subventionierter Waren konkurrieren können. In Kombination mit fehlenden agrarpolitischen Entwicklungsstrategien und instabilen Institutionen ergibt sich daraus ein karger Nährboden, aus dem nur schwer eine nachhaltige und lokale Lebensmittelproduktion wachsen kann. Die Ernährungssouveränitätsbewegung verweist in einem Gegenentwurf auf den bäuerlichen Weg (peasants way), der eine ökologisch angemessene Produktion, einen gerechten Zugang von Konsum, sozioökonomische Gerechtigkeit, sowie lokale Nahrungsmittelsysteme als Mittel zur Bekämpfung von Hunger und Armut und zur Gewährleistung einer nachhaltigen Ernährungssicherheit vorsieht.
| Originalsprache | Deutsch (Österreich) |
|---|---|
| Betreuung / Begutachtung |
|
| Publikationsstatus | Veröffentlicht - 11 März 2020 |
UN SDGs
Dieser Output leistet einen Beitrag zu folgendem(n) Ziel(en) für nachhaltige Entwicklung
-
SDG 4 – Qualitativ hochwertige Bildung
-
SDG 8 – Anständige Arbeitsbedingungen und wirtschaftliches Wachstum
-
SDG 12 – Verantwortungsvoller Konsum und Produktion
-
SDG 17 Partnerschaften für die Ziele
Wissenschaftszweige
- 605001 Geschichte der Geisteswissenschaften
- 601008 Geschichtswissenschaft
- 503033 Politische Bildung
- 509003 Entwicklungszusammenarbeit
- 604022 Musikgeschichte
- 305903 Geschichte der Medizin
- 504 Soziologie
- 506003 Entwicklungspolitik
- 601014 Neuere Geschichte
- 604019 Kunstgeschichte
- 604029 Theaterwissenschaft
- 605004 Kulturwissenschaft
- 601 Geschichte, Archäologie
- 506012 Politische Systeme
- 601022 Zeitgeschichte
- 506011 Politische Geschichte
- 605002 Kulturgeschichte
- 601023 Globalgeschichte
JKU-Schwerpunkte
- Sustainable Development: Responsible Technologies and Management
Dieses zitieren
- APA
- Author
- BIBTEX
- Harvard
- Standard
- RIS
- Vancouver