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Nutzung und Kosten psychosozialer Einrichtungen in OÖ durch ehemals langzeithospitalisierte PatientInnen der Landes-Nervenklinik. Eine Evaluation.

  • Grausgruber-Berner, Rosemarie (Forscher*in)
  • Haberfellner, Egon Michael (Forscher*in)
  • Ortmair, Margarete (Forscher*in)
  • Schöny, Werner (Forscher*in)
  • Grausgruber, Alfred (Projektleiter*in)

Projekt: Geförderte ForschungSonstige überwieg. aus öff. Hand

Projektdetails

Beschreibung

Chronisch psychisch kranke Menschen wurden lange Zeit in sog. Pflegestationen in psychiatrischen Kliniken versorgt. In Oberösterreich wurden allerdings die ersten Langzeitpatienten bereits Anfang der 80er Jahre in Wohnheime etc. verlegt. Bis Mitte der 90er Jahre wurden rd. 1200 chronisch psychisch Kranke aus diesen Abteilungen der Landes Nervenklinik Wagner Jauregg in Linz in neuen Wohnformen untergebracht. Die letzten 409 ehemaligen Langzeitpatienten wurden zwischen 1995 und Ende 1999 enthospitalisiert. Mittels einer vom Land OÖ beauftragten prospektiven Kohortenstudie (Beobachtungszeitraum 6 Monate) sollte anhand einer repräsentativen Patientenstichprobe (n=116) überprüft werden, wie viele Dienst in Anspruch genommen wurden, weiters ob die mit der Enthospitalisierung anvisierten Ziele einer Verbesserung der Lebensqualität bei - im Vergleich zu einer stationären Versorgung - höchstens gleichen Kosten und bei mindestens gleich guter psychosozialer Versorgungsqualität erreicht wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass die gesamte Inanspruchnahme von Diensten vor allem auf die Nutzung von Wohnangeboten (88%) zurückzuführen ist, während medizinisch-psychiatrische Leistungen lediglich 9% ausmachten. Beinahe alle KlientInnen benötigten Hilfen im Wohnbereich, bei der Arbeit, beim Essen sowie bei der Haushaltsführung. In den allermeisten Bereichen wurde der Hilfebedarf auch voll gedeckt. Die Lebensqualität wurde fast durchgehend als sehr zufriedenstellend beurteilt. Die mit dieser neuen Versorgung verbundenen direkten Kosten machen nur 41,4% der bei einer stationären Versorgung anfallenden Kosten aus. Diese Befunde zeigen deutlich, dass die Deinstitutionalisierung somit als Erfolg betrachtet werden kann und eine win-win-Situation bedeutet: sowohl die kranken Menschen als auch die Öffentlichkeit profitiert von dieser Umstellung nicht nur hinsichtlich der Kosten.
StatusAbgeschlossen
Tatsächliches Beginn-/Enddatum30.06.200031.12.2006

Projektbeteiligte

  • Johannes Kepler Universität Linz (Leitung)
  • Land Oberösterreich, Sozialabteilung (Projektpartner*in)
  • Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg (Projektpartner*in)
  • pro mente Oberösterreich (Projektpartner*in)

Wissenschaftszweige

  • 504020 Medizinsoziologie
  • 509002 Disability Studies
  • 303027 Sozialmedizin
  • 302076 Sozialpsychiatrie
  • 303021 Medizinische Rehabilitation
  • 303010 Gesundheitsökonomie
  • 504007 Empirische Sozialforschung
  • 504021 Migrationsforschung
  • 504005 Bildungssoziologie
  • 504003 Armut und soziale Ausgrenzung
  • 504002 Arbeitssoziologie
  • 504001 Allgemeine Soziologie
  • 509012 Sozialpolitik
  • 504 Soziologie
  • 504015 Geschichte der Soziologie
  • 504030 Wirtschaftssoziologie
  • 506003 Entwicklungspolitik
  • 504014 Gender Studies
  • 509011 Organisationsentwicklung
  • 603124 Wissenschaftstheorie
  • 504027 Spezielle Soziologie
  • 504011 Familienforschung
  • 502001 Arbeitsmarktpolitik
  • 502012 Industriebetriebslehre
  • 504023 Politische Soziologie

JKU-Schwerpunkte

  • Sustainable Development: Responsible Technologies and Management
  • Digital Transformation