Beobachtungen stammen häufig aus einer heterogenen Population, die aus
mehreren Gruppen besteht. Jedoch wird die Information, aus welcher
Gruppe die Beobachtung stammt, nicht beobachtet. So ein Fall tritt auf,
wenn es entweder Schwierigkeiten beim Erheben der Gruppenzugehörigkeit
gibt oder weil keine einzelne Variable identifiziert werden konnte, die
die Gruppierung einfangen würde. Bei der statistischen Modellierung
werden finite Mischmodelle seit mehr als 100 Jahren als eine flexible
Modellklasse eingesetzt, um solche Daten zu beschreiben und sowohl die
Gruppenzugehörigkeit der Beobachtungen als auch die Gruppengrößen und
gruppenspezifische statistische Modelle zu bestimmen. Die
Anwendungsgebiete reichen von Astronomie, über Biologie, Ökonomie und
Marketing bis zur Medizin.
Die Nützlichkeit der Verwendung von finiten Mischmodellen leidet oft
darunter, dass zwar a-priori Wissen über bestimmte Eigenschaften der
Gruppierung zur Verfügung steht, diese aber nicht leicht in das Modell
einfließen kann. Dieses Projekt hat zum Ziel, diesen Nachteil zu
beseitigen, indem ein geeigneter Ansatz erarbeitet wird, wodurch beim
Schätzen eines finiten Mischmodells diese zusätzliche Information
gleichzeitig mitberücksichtigt wird. Besonders die Möglichkeit,
Information darüber, welche Beobachtungen wahrscheinlich aus derselben
Gruppe bzw. aus verschiedenen Gruppen stammen, mit einzubeziehen, wird
untersucht.
Ein mögliches Anwendungsgebiet für diese neuentwickelte Methode ist die
Marktsegmentierung. Bei der Marktsegmentierung ist das Ziel, den
Gesamtmarkt in Teilmärkte zu gliedern. Segmente sind zumeist so
definiert, dass sie aus Konsumenten mit ähnlichem Verhalten bestehen.
Jedoch ist das Umsetzen einer erfolgreichen Marktsegmentierung nur dann
garantiert, wenn diese Segmente sich nicht nur in ihrem Verhalten
unterscheiden, sondern auch in ihren soziodemographischen
Charakteristika. Ein kombinierter Ansatz, wo alle Anforderung